Fünf kleine Igelwaisen: Von der Straße zurück in die Bombacher Natur
Am 8. August bot sich auf der Breizgenstraße ein trauriges Bild: Eine tote Igelmutter, vermutlich dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen, lag auf der Fahrbahn. Auf dem Gehweg daneben saßen ihre fünf verängstigten Babys. Ohne zu zögern, sammelten wir die kleinen Igelchen ein und begruben die Mutter.
![]() |
![]() |
Doch damit begann die eigentliche Herausforderung: Was tun mit den kleinen Waisen?
Professionelle Hilfe beim Igelnetzwerk Südbaden e.V.
Nach einigen Internetrecherchen und Telefonaten bekamen wir rettende Unterstützung: Das Igelnetzwerk Südbaden e.V. war so lieb, die kleinen Igel aufzunehmen und aufzupäppeln.
Dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, wurde schnell klar. Der Verein, der rein ehrenamtlich arbeitet, betreute zu diesem Zeitpunkt bereits 90 kleine Igel und war absolut an der Belastungsgrenze. Der enorme Aufwand, der hinter dieser ehrenamtlichen Tierrettung steckt, wird oft unterschätzt. Umso dankbarer waren wir für die liebevolle und sachkundige Betreuung. Dank regelmäßiger WhatsApp-Updates konnten wir aus der Ferne miterleben und uns darüber freuen, wie prächtig sich die Igelchen entwickelten.
![]() |
![]() |
|
Der Weg zurück nach Bombach: Gar nicht so einfach!
Als die Igel groß und kräftig genug für die Auswilderung waren, wandte sich das Igelnetzwerk wieder an uns mit der Bitte, die Rückkehr in die Freiheit selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich sollten echte Bombacher Igel auch in ihrer Heimat ein neues Zuhause finden.
Was sich zunächst einfach anhörte – Igel an einem geeigneten Ort freilassen –, erwies sich bei genauerem Hinsehen als ein kleines Projekt. Fachgerechte Auswilderung bedeutet:
-
Die Igel werden in zwei Gruppen aufgeteilt.
-
Sie ziehen zunächst in ein spezielles Auswilderungsgehege, das mit einem Futter- und Schlafhaus ausgestattet ist.
-
Dort gewöhnen sie sich einige Tage an die neue Umgebung und werden regelmäßig gefüttert.
-
Erst nach dieser Eingewöhnungszeit wird das Gehege geöffnet, sodass die Tiere flexibel ein- und ausgehen können.
Plötzlich standen wir vor der Frage: Woher all diese Utensilien nehmen?
Gemeinschaftsprojekt Igel-Rettung
Glücklicherweise zeigte sich einmal mehr, wie hilfsbereit unsere Nachbarn und Mitbürger in Bombach sind. Dank toller Unterstützung stand dem Projekt nichts mehr im Weg:
-
Lisa stellte uns zwei Kleintiergehege zur Verfügung.
-
Reinhard und Utz gaben uns die Möglichkeit, die Gehege auf ihren Grundstücken aufzustellen – fernab von Bebauung und stark befahrenen Straßen.
-
Antje und Simone sorgten für Futter- und Wassernäpfe.
-
Das Igelnetzwerk lieh uns ein passendes Futterhäuschen aus.
-
Reinhard hatte zudem die geniale Idee, einen großen Eimer mit einem Einschlupfloch zu versehen und mit Heu zu auszufüttern.
Gemeinsam mit Simone übernahm ich in den folgenden Tagen die Fütterung. Um zu sehen, was nachts im Gehege passiert, installierten wir außerdem eine Wildkamera.
![]() |
![]() |
|
Abenteuer Freiheit
Nach einigen Tagen Eingewöhnung war es so weit: Die Gehege wurden geöffnet.
Einer der kleinen Igel – ein besonders neugieriges Kerlchen aus der Dreiergruppe – machte den Anfang. Es dauerte nicht lange, da zog es die ersten drei in die Bombacher Wildnis, auch wenn das verbleibende Futter im Gehege sie anfangs noch ein paar Mal zurücklockte. Bei der zweiten Gruppe dauerte es zwei Tage länger, bis auch die restlichen zwei Igel auf eigenen Beinen die Welt erkundeten.
Danke an alle Helfer!
Wer nützliche Infos zur Igelrettung, Auswilderung oder ganz generell zum Thema Igel sucht, findet auf der Webseite des Igelnetzwerks Südbaden e.V. jede Menge wertvolles Wissen.
Ein ganz herzlicher Dank geht an alle, die bei dieser Rettungsaktion mitgeholfen haben – und natürlich an Frau Markowski vom Igelnetzwerk für ihren unermüdlichen Einsatz!
Andreas Schneider
... und hier noch zwei Videos:
|
|



















